Koblenz: Azubi (23) plündert Tresor // 14.06.2016 07:48

Tresor von Arbeitgeber geplündert, Azubi (23) aus Koblenz verzockt 55.000 Euro

Ein merkwürdiger Fall beschäftigte jüngst die Polizei und Justiz in Koblenz. Ein Auszubildender (23 Jahre alt) der sich in einer Ausbildung an einer Tankstelle arbeitet, träumte vom großen Geld. Das Ziel des jungen Mann war hochgesetzt, eine halbe Millionen Euro wollte er an der Börse machen. Wie dies aber funktioniert und vor allem, woher er das Startkapital nimmt, dafür hatte der Mann keinen Plan. Vielmehr griff in den Tresor seines Arbeitgebers, insgesamt rund 55.000 Euro wurden aus dem Tankstellentresor entnommen. Das entwendete Geld wanderte dann in die Tasche eines Versicherungsmann, der dieses an der Börse vermehren sollte. 

Doch nachdem der Auszubildende nichts mehr von dem Versicherungsmann gehört hat, ging er zur Polizei. Gegenüber der Polizei erklärt er hierbei: "Ich will einen Schlussstrich ziehen". Der Grund dafür war einfach, der Tresor war leer, die Tankstelle dementsprechend ruiniert und von einem Börsengewinn war keine Rede mehr. 

Das Schöffengericht Koblenz hatte jetzt die Aufgabe, eine passende Strafe für den Auszubildenden zu finden. Nach einem umfangreichen Geständnis, wurde er wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Hierbei gab der Auszubildende auch dem Versicherungsmann eine Mitschuld. Aus dem Traum vom Börsengewinn ist ein Albtraum geworden, den wie die Verhandlung gezeigt hat, finanzierte der Auszubildende seinen Traum nicht nur aus dem Tankstellentresor, sondern auch von Freunden. Bei diesen hat er sich mehrere Zehntausende Euro geliehen. Strafrechtlich ist der Fall mit der Verurteilung erledigt, doch an seinen Börsentraum wird er noch lange erinnert. So zahlt er an die Tankstelle und seine Freunde den Schaden in monatlichen Raten von 300 Euro zurück. 

Natürlich beschäftigte sich das Schöffengericht vor dem Urteil ausgiebig mit dem Tathergang. Vor allem interessierte sich das Gericht für den Hintergrund des Börsentraum des Auszubildenden. Dieser erklärte daraufhin, imt April 2015 wurde vom dubiosen Versicherungsmann in der Tankstelle mehrere Paysafe-Karten im Wert von 500 Euro gekauft. Hierbei handelt es sich um ein elektronisches Zahlungsmittel, dass zum Beispiel im Internet zur Bezahlung gerne genutzt wird. Der Versicherungsmann wäre laut dem Auszubildenden immer öfters zum Kauf von weiteren Paysafe-Karten zur Tankstelle gekommen. Teilweise wurden hierbei Karten von bis zu 10.000 Euro gekauft. Dieser Umstand weckte das Interesse des Auszubildenden. Letztlich hat der Versicherungsmann angeboten, er können aus 100 schnell mal 1000 Euro und mehr machen. Einzige Voraussetzungen hierbei, er braucht dafür Geld. Am Anfang so erklärte der Auszubildende dem Gericht, nutzte er noch sein eigenes Geld und investierte 200.00 Euro. Als dies nicht reichte, nahm die Geschichte mit den ersten 3000 Euro aus dem Tankstellentresor ihren Lauf. Vom 15. Juli bis 7. August wurden so 18 mal Geldsummen aus dem Tresor entnommen. Hierbei wurde das Geld mal direkt vom Versicherungsmann abgeholt oder an ihn überwiesen. 

Für die Tankstelle blieb das ganze nicht folgenlos, den das Geld zur Bezahlung von Rechnungen fehlte. Aufgrund von diesem Druck, gesteht der Auszubildende seiner Chefin und der Polizei die Geschichte. Doch für den Auszubildenden gab es letztlich auch ein kleines Happy End, den die Chefin feuerte ihn nicht. Vielmehr gab sie ihm eine zweite Chance. Wo jetzt das Geld aus dem Tankstellentresor hingeflossen ist, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen den Versicherungsmann. Zum Prozess gegen Auszubildenden ist der Versicherungsmann trotz Ladung nicht gekommen.