Präsentation der ersten Ergebnisse der 1. Kulturnutzerstudie für Koblenz & Region // 02.05.2018 20:15


Im Zeitraum von Juni 2017 bis März 2018 hatten Kulturnutzer aus Koblenz und Region die Gelegenheit an einer Befragung im Rahmen einer Kulturnutzerstudie teilzunehmen. Ziel der Studie war, das Nutzungsverhalten im Kulturbereich, vorhandene Kulturbedürfnisse sowie das eigene kulturelle Engagement in z.B. Vereinen, soziokulturell oder sozialorientierten Aktivitäten zu erfassen. Dabei waren mit den Begriffen der Freizeit- und Kulturaktivitäten nicht nur Themen der traditionellen Hochkultur gemeint, sondern Kultur in einem weiter gefassten Verständnis (Lebensart/Lifestyle, Populärkultur, Szenekultur, Soziokultur etc.). Rund 500 Personen füllten den Online-Fragebögen aus.

Die ersten Ergebnisse der Studie konnten nun Kulturschaffenden und einer interessierten Runde im Historischen Rathaussaal von Dr. Eckhard Braun vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau vorgestellt werden. Die Kulturnutzerstudie wurde vom Institut für Kulturwissenschaft in Kooperation mit dem Kulturdezernat und der Statistikstelle der Stadt Koblenz durchgeführt. Die vorläufigen ersten Ergebnisse der Studie werden in den nächsten Wochen noch um Experteninterviews mit KulturmacherInnen der lokalen und regionalen Szene ergänzt. Anschließend wird die ausführliche Version der Studie in Form einer Broschüre sowie online auf der Website des Instituts der Kulturwissenschaft veröffentlicht. 
Die Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz äußerte zu Beginn der Ergebnispräsentation den Wunsch, dass die Studie zukünftig in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird. Damit soll sowohl die nutzerorientierte Weiterentwicklung des Koblenzer Kulturraums gewährleistet werden, als auch die Teilnahmemöglichkeit sowie die Dialogstärkung zwischen den Kulturschaffenden und KulturnutzerInnen erhöht werden. Für die Kulturarbeit können so Informationstransfer und Wissensgewinn durch Anregungen, Erfahrungen und Impulse als wichtige Anhaltspunkte gewonnen werden. Auch Prof. Dr. Michael Klemm vom Institut für Kulturwissenschaft betonte die Bedeutsamkeit des Wissens, gerade in Zeiten gesellschaftlichen und kulturellen Wandels, darüber, welche Kulturangebote hohe Resonanz erfahren, aber auch darüber, wo noch Optimierungsbedarf im Kulturangebot besteht. 

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen:
Jeder zweite Befragte beschreibt sich als kulturell sehr engagiert. Mit zunehmenden Alter wächst das kulturelle Engagement.
Kino und Film haben die höchste Präferenz in allen Altersstufen erhalten. Die Befragten gaben zudem ein großes Interesse an Kulturangeboten im Stadtteil an. Weiter wurde ein starkes Interesse an künstlerisch-kreativen Praktiken wie Theaterspielen, Singen, Malen etc. genannt sowie der Wunsch nach Räumen für kreative Selbstverwirklichung. Auch der Begegnung zwischen Kulturen und Generationen wurde hohe Bedeutung zugemessen. Die Erfahrung von Selbsttätigkeit und Selbstwirksamkeit bei Freizeit- und Kulturaktivitäten haben insgesamt einen hohen Wert. 
Die junge Generation ist vor allem an OpenAir-Veranstaltungen und Festivals, an Aktivitäten in ihrer direkten Umgebung orientiert. Die Generation von 25 bis 49 Jahren ist an Veranstaltungen mit Eventcharakter sowie auch an kleineren Veranstaltungen interessiert und die über 50-Jährigen an hochkulturellen Veranstaltungen mit bestimmten Rahmenprogramm wie z.B. Krimidinner, fliegende Weinprobe etc. 

Wie wichtig Mundpropaganda und Empfehlungen von Freunden und Bekannten als Informationsquelle sind, zeigen die Antworten. Aber auch Websites/Homepages der Anbieter erweisen sich als wichtiges Medium zur Information. Darauf folgen Zeitungen/Magazine, Soziale Medien und zuletzt Plakate und Programmhefte.
Als Hindernisse zur Teilnahme am Kulturangebot werden mangelnde Zeit, fehlende Angebote im ÖPNV, unzureichende Informationen, ein Mangel an Familienangeboten, aber auch die mit Kulturangeboten verbundenen Kosten wie Eintrittspreise und Fahrtkosten aufgezählt.